Das Pforzheimer C&A-Gebäude nach der Revitalisierung.
Immobilienbrief Nr. 415, Quelle: Newco Development

Liebe Leser!

Gespannt sind wir auf die Zahlen des zweiten Quartals. Im ersten hat sich der Anstieg der Käufe am Stuttgarter Wohnimmobilienmarkt fortgesetzt. Doch das war noch weitgehend unbeeinflusst vom Iran-Krieg, der am 28. Februar begann. Jetzt torpedieren die gestiegenen Zinsen so manchen Immobilienerwerb.

Und wenn die Zahlen zehnmal gestiegen sind: 50 verkaufte Neubaueigentumswohnungen in einem Quartal ist nichts, was uns auch nur ansatzweise zufriedenstellen könnte. Es ist ein Ergebnis verfehlter Politik, und einem schwierigen Marktumfeld obendrauf.

Weite Teile des Stuttgarter Rats verfügen über eine ausgewiesene (immobilien-)wirtschaftliche Inkompetenz. Sie beklagen lautstark, dass das Stöckach-Areal immer noch brachliegt, haben den Umstand jedoch selbst zu verschulden, wie Sie auf Seite 8 lesen können. Eine Ent-eignung der EnBW, von der manche schwadronieren, bringt nichts. Auch die städtische SWSG unterliegt den Marktgesetzen, selbst wenn sie sich mit einer schmaleren Marge als der private Wettbewerb zufriedengibt und auf die Bonität der Stadt zurückgreifen kann.

Eine Aufteilung in Teilbereiche, wie ebenfalls gefordert, verhindert Skaleneffekte. Für die Unbedarften unter den Räten: Skaleneffekt bedeutet, dass die Kosten pro Stück oder Einheit eines Produkts (auch Wohnung) sinken, wenn die Produktionsmenge steigt. Dies unter anderem, weil der Bauträger beziehungsweise Bauhandwerker beim Einkauf von vielen Fenster, Türen und so weiter einen größeren Rabatt bekommt als bei wenigen.

Was helfen würde: Baustandards runter, Dichte hoch und weniger soziale Wohltaten im Quartier umsetzen. „Das Leben ist kein Ponyhof“, sang schon die deutsche Punkband Die Schröders. Leider ist nicht alles finanzierbar, was wünschenswert ist. Dieser Realität sollte sich ein Gemeinderat schon aus seiner Verpflichtung gegenüber dem Bürger stellen. Lieber 800 Wohnungen mit weniger sozialen und städtebaulichen Wohltaten als weiterhin eine Brache.

Freibier für alle kannste knicken. Soziale Wohltaten müssen finanzierbar sein und erarbeitet werden. Doch wer fleißig ist, darf auch mal, zwecks Regeneration selbstverständlich, ein Päuschen machen. So wie wir jetzt. Am 7. Juli lesen Sie uns wieder. Ob nachhilfelehrerhaft oder kampfesstark, das wird sich zeigen.

Sommerlich beschwingt grüßt Sie

Ihr Frank Peter Unterreiner, Herausgeber

 

Der aktuelle Immobilienbrief vom 02. Juni zum Download

 

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