Hirschbachbad Aalen fertiggestellt Immobilienbrief Nr. 419, Foto: David Matthiessen
Liebe Leser!
Die Sommerpause ist vorbei und wir alle sind gespannt, was die Wochen bis Jahresende noch alles so bringen – und hoffen auf gute Nachrichten. Dass wir in unserem vorigen Editorial das Positive zelebriert haben, kam bei Ihnen gut an. Deshalb werden wir daran anknüpfen, können es aber leider nicht bis zum Ende dieser Seite durchhalten.
Der Stuttgarter Weg zum Bauturbo klingt vielversprechend. Er kann den Wohnungsbau nicht nur beschleunigen, sondern dank Befreiungen auch Projekte ermöglichen, die bislang so nicht machbar waren. Über den bislang größten Büromietvertrag des Jahres freut sich die Dibag. Die Techniker Krankenkasse mietet 7500 Quadratmeter und verlässt Weilimdorf.
Wohnungsbau muss sich rechnen, sonst findet er nicht statt – auch wenn das manche nicht wahrhaben wollen. 27 Euro pro Quadratmeter, stolze 3750 Euro Kaltmiete für eine zirka 139 Quadratmeter große Penthousewohnung, erzielt ein Kapitalanleger für eine Strenger-Wohnung im Parkside-Quartier, im Stuttgarter Neckarpark gelegen. Kompliment! 27 Euro sind in Stuttgart – noch – viel Geld. In anderen europäischen Städten würden sie als Schnäppchen durchgehen.
Ein Zeichen dafür, dass Wohnungsbau sich zu oft nicht lohnt, sind auch die dramatisch eingebrochenen Genehmigungszahlen in Stuttgart: Minus 71 Prozent auf magere 205 Einheiten im ersten Halbjahr! Das ist heftig, denn was heute nicht genehmigt wird, wird morgen nicht gebaut und der Wohnungsmangel verschärft sich. Besonders deutlich wird das Stuttgarter Minus im Vergleich mit den Zahlen im Bund (plus 12,7 Prozent) und im Land (plus 35 Prozent).
In München wurden im ersten Halbjahr übrigens 1961 Wohnungen genehmigt. Das sind 9,6-mal so viel wie bei uns. Die Einwohnerzahl ist in München jedoch nur 2,5-mal höher. Etwa 800 Genehmigungen hätte Stuttgart also gebraucht, um rechnerisch gleichzuziehen. Kleine Anmerkung: Das wären immer noch weniger, als OB Frank Nopper im Wahlkampf versprochen hat.
Umso dringender muss der Bauturbo zünden. Doch der alleine wird es nicht richten. Weniger Bürokratie, niedrigere Baukosten, mehr Bauland und leider auch höhere Mieten gehören dazu, anders wird es nicht gehen.
Noch mehr positive Nachrichten gewünscht? Sie haben Ihren Immobilienbrief Stuttgart wieder. Viel Spaß also beim Schmökern!
Ihr Frank Peter Unterreiner, Herausgeber
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